Frankreich E-Invoicing
Ab September 2026 müssen französische Unternehmen B2B-Rechnungen austauschen und die zugehörigen Umsatzsteuerdaten über das nationale E-Invoicing-Rahmenwerk der DGFiP (Direction générale des Finances publiques) melden.
Was sich ändert
Rechnungen werden nicht mehr nur per E-Mail oder PDF zwischen Geschäftspartnern ausgetauscht. Sie müssen über einen regulierten Kanal laufen, der:
- jedes Unternehmen für andere auffindbar macht,
- elektronische Rechnungen an den richtigen Empfänger weiterleitet,
- und die erforderlichen Steuerinformationen an die Finanzverwaltung meldet.
Wichtige Bausteine
Portail Public de Facturation (PPF)
Das öffentliche Portal der Reform. Es hostet das nationale Verzeichnis und nimmt die Steuer-Meldeflüsse entgegen.
Annuaire
Das offizielle Verzeichnis elektronischer Rechnungsadressen. Ein Unternehmen (oder eine seiner Niederlassungen) erscheint dort unter einer Adresse aus französischen Kennungen wie SIREN, SIRET sowie optionalen Routing- oder Suffix-Codes. Aussteller suchen Empfänger vor dem Versand in diesem Verzeichnis.
Plateforme Agréée (PA)
Eine zertifizierte private Plattform, die Unternehmen mit dem PPF verbindet. Die meisten Unternehmen nutzen eine PA statt einer direkten Integration mit dem Behördenportal. Die PA übernimmt Verzeichnisregistrierung, Dokumentformate, Routing und Steuermeldungen.
Kennungen
Französische Unternehmen werden durch SIREN (9 Ziffern, Rechtsträger) und SIRET (14 Ziffern, Niederlassung) identifiziert. Elektronische Adressen im Annuaire sind Zusammensetzungen dieser Kennungen (und bei Bedarf interner Routing-Codes oder Suffixe).
Bereiche der Reform
Das Rahmenwerk umfasst mehr als den Versand eines PDFs:
| Bereich | Rolle |
|---|---|
| B2B-E-Invoicing | Strukturierte Rechnungen zwischen umsatzsteuerpflichtigen französischen Unternehmen |
| Rechnungslebenszyklus | Statusmeldungen (eingereicht, empfangen, genehmigt, abgelehnt, bezahlt) |
| e-Reporting | Meldung von B2C- und bestimmten grenzüberschreitenden Transaktionen außerhalb des inländischen B2B-E-Invoicing |
Die Rechnungsstellung an den öffentlichen Sektor (B2G) läuft weiterhin über Chorus Pro nach eigenen Regeln; der private B2B-Verkehr nutzt das Annuaire-/PA-Modell oben.
Testen vor dem Go-live
Das produktive Annuaire und echte Unternehmenskennungen dürfen nicht für Versuche genutzt werden. Die DGFiP stellt eine Qualifikationsumgebung (QAS) mit fiktiven Unternehmensnummern bereit, damit Registrierung und Verzeichnisprüfungen sicher getestet werden können.
Wie Sie diese Nummern erhalten und die Registrierung in xTool durchführen, steht unter Testumgebung.
Nächste Schritte
- Rechnungen senden und empfangen — praktische API-Beispiele
- API-Integration — integrationsorientiertes API-Design, Polling und Endpunkt-Übersicht